Hund schnuppert an seinem Futternapf

Hund frisst nicht: Ursachen, was du tun kannst und wann es ernst wird

Du stellst den Napf hin. Dein Hund kommt, schnuppert kurz und dreht sich weg. Schon wieder landet eine volle Portion im Müll. Und schon wieder dieser leise Gedanke: „Mache ich etwas falsch?“

Hund frisst nicht: Hund dreht sich vom vollen Napf weg
Wenn der Napf voll bleibt, lohnt sich ein ruhiger Blick auf die Ursache.

Atme einmal durch. Wenn dein Hund nicht frisst, heißt das in den allermeisten Fällen NICHT, dass mit ihm etwas ernsthaft nicht stimmt und auch nicht, dass du eine schlechte Hundemama oder ein schlechter Hundepapa bist.

Aber: Es gibt einen Punkt, an dem Futterverweigerung tatsächlich ein Warnsignal ist. Deshalb klären wir das ganz am Anfang und danach gehen wir jede einzelne Ursache durch, von Zähnen über Stress bis zu Geschmack und Textur. Am Ende weißt du genau, woran du bist und was du heute noch tun kannst.

Versprochen: kein Drama, keine Panik. Nur Klarheit und ein einfacher Plan.

Zuerst das Wichtigste: harmlos oder Warnsignal?

Ein gesunder, munterer Hund, der einmal eine Mahlzeit auslässt, weil es heiß ist, weil sich die Routine geändert hat, oder weil er einfach keine Lust hat, ist normalerweise kein Grund zur Sorge. Hunde sind keine Maschinen; auch ihr Appetit schwankt.

🩺 Wann zum Tierarzt

Es wird aber dann ernst, wenn weitere Anzeichen dazukommen. Bitte sprich mit deinem Tierarzt, wenn:

  • dein erwachsener Hund deutlich länger als 24 Stunden gar nichts frisst;
  • zusätzlich Erbrechen, Durchfall, Apathie, Zittern oder Schmerzen auftreten;
  • dein Hund stark trinkt, abnimmt oder sich anders verhält als sonst;
  • es sich um einen Welpen handelt, bei sehr jungen Hunden ist Futterverweigerung immer ein Fall für den Tierarzt (Unterzuckerungsgefahr).

Merke dir die einfache Faustregel: Ein Hund, der munter ist, spielt und trinkt, aber eine Mahlzeit verschmäht, ist meist wählerisch. Ein Hund, der schlapp ist und auch sonst nicht er selbst, gehört zum Tierarzt. Diesen Artikel schreiben wir für den ersten Fall.

Wählerisch oder appetitlos? Der entscheidende Unterschied

Wählerischer Hund: volle Aufmerksamkeit fürs Leckerli, voller Napf bleibt stehen
Voller Napf, volle Aufmerksamkeit fürs Leckerli: typisch wählerisch.

Hier liegt der ganze Schlüssel und die meisten Halter übersehen ihn.

Ein wählerischer Hund verweigert eine bestimmte Sorte, frisst aber sofort, sobald etwas „Besseres“ kommt: ein Leckerli, ein Stück Käse, eine andere Marke. Sein Appetit ist also völlig in Ordnung, er hat nur gelernt, dass sich Warten lohnt. Das ist ein Verhaltens- und Geschmacksthema.

Ein appetitloser Hund dagegen zeigt generell wenig Interesse an Futter, auch an Dingen, die er sonst liebt. Er wirkt müde, zieht sich zurück. Das ist ein Gesundheitsthema und gehört abgeklärt.

Der Test ist simpel: Bietet dein Hund bei einem Leckerli plötzlich volle Begeisterung? Dann ist er wählerisch, nicht krank. Und wählerisch, das können wir angehen.

Die häufigsten Gründe, warum dein Hund nicht frisst

Damit du nichts übersiehst, gehen wir alle typischen Ursachen durch, in vier Gruppen. Die meisten Fälle stecken in Gruppe 3 und 4 (Routine und Geschmack), aber lies trotzdem alle, denn oft kommen zwei Dinge zusammen.

1) Medizinische Ursachen (bitte ernst nehmen)

Zähne und Maul sind der Klassiker: ein lockerer oder abgebrochener Zahn, Zahnstein oder eine Entzündung machen das Kauen schmerzhaft. Typisches Zeichen: Der Hund frisst weiche Sachen oder Leckerlis, meidet aber hartes Futter. Dazu kommen Magen-Darm-Probleme, Übelkeit, oder bei älteren Hunden nachlassende Organfunktion (Niere, Leber). Auch nach einer Impfung oder bei Schmerzen kann der Appetit kurz sinken.

Wichtig: Diese Ursachen löst du nicht über die Futtersorte, sondern über den Tierarzt. Wenn du den Verdacht hast, dass Schmerzen im Spiel sind, zuerst abklären, dann erst an Geschmack denken.

2) Situative Ursachen (Umfeld & Gefühl)

Hunde sind Gewohnheitstiere. Ein Umzug, ein neues Familienmitglied (Baby, zweiter Hund), geänderte Fütterungszeiten, Hitze im Sommer, Stress, Langeweile oder bei Hündinnen die Läufigkeit, all das kann den Appetit kurzfristig dämpfen. Hier hilft meist Geduld und eine ruhige, stabile Routine.

3) Fütterungsbedingte Ursachen (das übersieht man am häufigsten)

  • Zu viele Leckerlis: Der größte Klassiker. Wer den ganzen Tag snackt, ist zur Mahlzeit einfach nicht hungrig.
  • Freies Füttern: Steht der Napf immer bereit, entsteht nie echter Hunger zu einem festen Zeitpunkt.
  • Abgestandenes oder ranziges Futter: Geöffnete Futterpackungen oder altes Futter verlieren Geruch und Geschmack und Hunde riechen das sofort.
  • Temperatur: Direkt aus dem Kühlschrank schmeckt Futter fade. Zimmerwarm entfalten sich die Aromen viel besser.
  • Zu schnelle Futterumstellung: Wird abrupt gewechselt, lehnt der Hund das Neue oft erst einmal ab.

4) Geschmack und Textur (hier hast du echten Einfluss)

Dein Hund kann die Verpackung nicht lesen, er entscheidet über Nase und Maul. Riecht und schmeckt das Futter wenig, bleibt es liegen. Und die Textur ist oft der unterschätzte Faktor: Viele Hunde mögen keine sehr harten Kroketten. Eine weiche, saftige Konsistenz wird häufig deutlich lieber angenommen.

Welpe, erwachsener Hund, Senior, worauf es je nach Alter ankommt

Das Alter ändert das Bild und damit auch deine Reaktion.

Beim Welpen ist der häufigste harmlose Grund das Zahnen: Sind die Kroketten zu hart, tut Kauen weh. Ein Tipp ist, das Futter kurz einzuweichen oder gleich eine weichere Sorte zu wählen. Aber Achtung: Verweigert ein Welpe länger das Futter, geh sofort zum Tierarzt, Welpen haben kaum Reserven.

Beim erwachsenen Hund sind es meist Routine, Leckerlis und Geschmack, also genau die Punkte, an denen wir gleich arbeiten.

Beim Senior steigt die Wahrscheinlichkeit einer medizinischen Ursache. Wenn ein alter Hund das normale Futter verweigert, aber Leckerlis nimmt, sind oft Zähne oder Organe im Spiel. Hier lohnt ein Tierarzt-Check zuerst. Gleichzeitig ist eine weiche, gut riechende Textur für Senioren oft leichter anzunehmen.

„Mein Hund frisst nur Leckerlis, aber kein Futter“, der häufigste Erziehungsfehler

Kennst du das? Der Napf bleibt voll, aber sobald die Leckerli-Packung raschelt, ist der Hund hellwach. Das ist fast nie ein medizinisches Problem (beim munteren Hund), es ist ein erlerntes Verhalten.

Die Logik aus Hundesicht ist einfach: „Wenn ich das langweilige Futter ignoriere, kommt früher oder später etwas Besseres.“ Und ganz ehrlich, wir Menschen trainieren das selbst an. Ein Stück hier, ein Bissen vom Tisch dort, ein Leckerli aus schlechtem Gewissen. Der Hund lernt schnell.

Die gute Nachricht: Was antrainiert wurde, lässt sich auch wieder abtrainieren. Wie genau, das kommt jetzt.

Futterumstellung Schritt für Schritt (der 7–10-Tage-Plan)

Futterumstellung beim Hund: neues Futter unter das alte mischen
Neues Futter langsam untermischen, das erleichtert die Umstellung.

Einer der häufigsten Gründe, warum ein Hund neues Futter verweigert, ist banal: Es wurde zu schnell gewechselt. Magen und Geschmack brauchen ein paar Tage. Mach es deshalb langsam, nach diesem einfachen Plan.

TagNeues FutterAltes Futter
Tag 1–2ca. 25 %ca. 75 %
Tag 3–4ca. 50 %ca. 50 %
Tag 5–6ca. 75 %ca. 25 %
Tag 7–10100 %0 %

Zwei Tipps, die den Unterschied machen: Mische das neue Futter am Anfang gut unter das alte (nicht nur daneben legen), damit der vertraute Geruch das Neue „mitzieht“. Beobachte dabei den Kot. Bleibt er normal, kannst du die Umstellung etwas schneller fortsetzen. Wird er weich, bleib ein bis zwei Tage länger bei derselben Stufe. Bei sehr empfindlichen Hunden darf die Umstellung ruhig 14 Tage dauern.

5 Fehler, die wählerisches Verhalten unbewusst verschlimmern

Manchmal liegt es nicht daran, was wir tun, sondern was wir aus Liebe falsch machen. Diese fünf Fehler sehen wir am häufigsten und alle lassen sich leicht abstellen.

  • Ständiges Sortenwechseln: Wer bei jedem „Nein“ sofort eine neue Sorte kauft, bestätigt dem Hund, dass Verweigern funktioniert.
  • Toppings als Dauerlösung: Ein bisschen Käse oder Wurst „zum Anlocken“ und schon frisst er nur noch das Topping.
  • Aus Sorge nachlegen: Frisst er nicht, geben viele aus Angst noch mehr Auswahl. Das verstärkt das Spiel.
  • Unruhe beim Napf: Zuschauen, kommentieren, drängen, das macht unsichere Hunde nervös.
  • Zu große Portionen: Ein übervoller Napf wirkt auf manche Hunde eher abschreckend als appetitlich.

Die Lösung steckt in einem Wort: Konsequenz. Wähle ein gutes Futter, gib ihm eine faire Chance über ein paar Tage und lass dich nicht zum Kurzschluss verleiten. Hunde lieben Klarheit, auch am Napf.

9 Tipps, damit dein Hund wieder frisst

Du musst nicht alles auf einmal umsetzen. Wähle drei Punkte, bleib eine Woche konsequent und beobachte. Meistens reicht das schon.

  1. Feste Fütterungszeiten: Biete das Futter 15–20 Minuten an, dann nimm es kommentarlos weg. So entsteht echter Hunger zur nächsten Mahlzeit.
  2. Leckerlis radikal reduzieren: Für ein paar Tage fast keine Snacks. Die Hauptmahlzeit muss wieder etwas „wert“ sein.
  3. Nichts vom Tisch: So schwer es fällt, jeder Bissen vom Teller sabotiert den Plan.
  4. Futter leicht anwärmen: Zimmertemperatur oder kurz handwarm, die Aromen entfalten sich, der Napf riecht „lebendiger“.
  5. Frische sicherstellen: Angebrochenes Futter kühl lagern und zügig verbrauchen; nichts Abgestandenes servieren.
  6. Textur anpassen: Probiere eine weiche, saftige Variante, viele wählerische Hunde nehmen sie deutlich lieber an als harte Kroketten.
  7. Langsam umstellen (7–10 Tage): Neues Futter schrittweise unter das alte mischen, Anteil täglich erhöhen.
  8. Ruhe & fester Platz: Ein ruhiger Ort ohne Ablenkung, ohne Zuschauer, das hilft unsicheren Hunden.
  9. Bewegung vor dem Essen: Eine Runde Spaziergang macht hungrig, Appetit kommt oft mit Aktivität.

Ein ehrliches Wort: Bleib konsequent, aber liebevoll. Bleib konsequent, aber beobachte deinen Hund genau. Frisst er länger als üblich nicht oder zeigt weitere Symptome, hole tierärztlichen Rat ein.

Warum Geschmack, Textur und Frische über die Annahme entscheiden

Stell dir vor, jemand serviert dir tagelang dasselbe lauwarme, geruchlose Essen. Irgendwann stocherst auch du nur noch lustlos darin. Genauso geht es deinem Hund, nur dass er sich nicht beschweren kann, er kann nur den Kopf wegdrehen.

Drei Hebel machen den Unterschied: Geruch (Hunde „sehen“ mit der Nase), Geschmack (ein hoher Anteil an echtem Fleisch schmeckt für die meisten Hunde intensiver) und Textur (weich und saftig wird oft lieber gefressen als hart und trocken). Wichtig bleibt: Es geht um Annahme und Genuss, nicht um ein Heilversprechen. Ob es schmeckt, entscheidet am Ende nur dein Hund.

Worauf du beim Futter selbst achten kannst

Wenn du sowieso eine neue Sorte testest, lohnt der Blick aufs Etikett, nicht auf die hübsche Verpackung. Ein gutes Zeichen: eine offene, klare Deklaration. Statt vager Begriffe wie „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“ siehst du konkret, welche Zutaten in welchem Anteil enthalten sind.

Unser Tipp, der 30-Sekunden-Check: Dreh die Packung um und lies die Zusammensetzung. Steht dort ein konkreter Prozentsatz Fleisch? Sind die Zutaten benannt? (Wie man ein Etikett komplett liest, erklären wir Schritt für Schritt in unserem Beitrag über tierische Nebenerzeugnisse.)

Wenn dein Hund nicht mehr aus dem Napf frisst: Schüssel, Platz und Umgebung

Ruhiger Fressplatz: Hund frisst entspannt aus einem Keramiknapf
Ein ruhiger, fester Platz macht den Napf attraktiver.

Manchmal liegt es nicht am Futter, sondern an der Schüssel. Ein Metallnapf klappert, spiegelt und gibt jedes Geräusch weiter. Empfindliche Hunde mögen das nicht und drehen sich weg.

Auch der Standort zählt. Steht der Napf mitten im Durchgang, neben der lauten Waschmaschine oder direkt neben dem Napf eines zweiten Hundes, frisst ein unsicherer Hund oft nur zögerlich. Er will in Ruhe fressen, nicht unter Beobachtung.

Probiere einen flachen Keramik- oder Porzellannapf an einem ruhigen, festen Platz. Bei großen Hunden kann ein leicht erhöhter Napf das Fressen bequemer machen. Halte die Schüssel sauber, denn alte Fettreste riechen streng und schrecken ab.

Kleiner Test: Stell den gleichen Napf einmal an einen anderen, ruhigeren Ort. Frisst dein Hund dort besser, war es nicht das Futter, sondern die Umgebung.

Dein Hund frisst nur, wenn du dabei bist oder aus der Hand

Viele Hunde rühren den Napf nicht an, sobald sie allein sind, fressen aber sofort, wenn du im Raum bist. Das hat selten mit dem Futter zu tun und viel mit Sicherheit und Gewohnheit.

Ein Hund ist ein soziales Rudeltier. Fressen ist für ihn ein Moment, in dem er entspannt und ungestört sein will. Fehlt seine Bezugsperson, fühlt sich mancher Hund unsicher und wartet lieber.

Manchmal steckt aber auch echte Trennungsangst dahinter. Wenn dein Hund allein zusätzlich jault, kratzt, unsauber wird oder in Panik gerät, sprich das mit deinem Tierarzt oder einem Hundetrainer an. Das ist ein Thema, das man in Ruhe angeht, nicht über den Napf.

Für den Alltag hilft: Setz dich anfangs ruhig dazu, ohne zu reden oder zu drängen. Nach und nach vergrößerst du den Abstand. So lernt dein Hund, dass Fressen auch ohne Publikum sicher ist. Handfütterung ist als Brücke okay, sollte aber nicht zur Dauerlösung werden.

Hund frisst nicht nach OP, Impfung, Wurmkur oder Narkose

Nach einem Eingriff oder einer Behandlung lassen viele Hunde eine oder zwei Mahlzeiten aus. Direkt nach einer Narkose sind Kreislauf und Magen oft noch etwas benommen, und der Appetit kommt erst langsam zurück.

Auch nach einer Impfung oder Wurmkur kann ein Hund einen Tag lang schlapper wirken und weniger fressen. Das ist in vielen Fällen eine normale, vorübergehende Reaktion.

Biete in dieser Phase kleine Portionen an, zimmerwarm und in Ruhe. Zwing nichts auf. Frisches Wasser ist jetzt wichtiger als eine volle Portion.

Wichtig ist die Grenze: Frisst dein Hund nach einer Narkose oder Behandlung deutlich länger als 24 Stunden gar nichts, wirkt er teilnahmslos, erbricht oder zeigt Schmerzen, dann ruf in der Praxis an, die dich behandelt hat. Nach einem Eingriff im Maul oder an den Zähnen bespricht der Tierarzt ohnehin, wann und was gefüttert werden darf.

Hund frisst nicht bei Hitze und im Sommer

Im Sommer ist weniger Appetit oft völlig normal. Bei Hitze fährt der Körper den Stoffwechsel herunter, dein Hund bewegt sich weniger und braucht schlicht weniger Energie. Viele Hunde fressen dann lieber früh morgens und spät abends, wenn es kühler ist.

Das kannst du tun: Füttere zu den kühleren Tageszeiten, biete kleinere Portionen an und sorge immer für frisches Wasser. Eine weiche, feuchte Sorte wird bei Wärme oft lieber angenommen als staubtrockene Kroketten, weil sie zusätzlich Flüssigkeit liefert.

Lass an heißen Tagen nichts lange im Napf stehen. Bei Wärme wird Futter schnell unappetitlich und kann verderben. Was nach 15 bis 20 Minuten übrig ist, nimm weg und biete zur nächsten Mahlzeit frisch an.

Trotzdem gilt: Frisst dein Hund auch abends und nachts gar nicht, trinkt kaum oder wirkt teilnahmslos, dann ist es nicht nur die Hitze. Dann gehört er zum Tierarzt, denn ein Hitzschlag ist ein Notfall.

Hund frisst kein Trockenfutter mehr, nur noch Nassfutter

Ein häufiges Muster: Der Hund lässt die Kroketten links liegen und wartet auf das weiche Futter. Das ist selten Sturheit und meist eine klare Vorliebe. Nassfutter und weiche Sorten riechen intensiver und fühlen sich im Maul angenehmer an, gerade wenn die Zähne nicht mehr die besten sind.

Bei älteren Hunden lohnt darum immer ein Blick ins Maul. Wenn Kauen weh tut, wählt der Hund automatisch das Weiche. Ein lockerer Zahn oder Zahnstein gehört zum Tierarzt, nicht zur nächsten Futtersorte.

Ist mit den Zähnen alles in Ordnung, kannst du der Textur nachgeben, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Wichtig ist, dass die Sorte ein vollwertiges Alleinfutter ist und du auf der Rückseite echte Zutaten mit klaren Prozentangaben findest.

Willst du trockenes Futter dennoch schmackhafter machen, weiche es kurz in etwas warmem Wasser oder ungewürzter Brühe ein. Das setzt den Geruch frei und macht es weicher. Wer von Anfang an eine saftige, schonend gegarte Textur wählt, umgeht das Thema oft ganz.

Appetit sanft anregen: was zu Hause wirklich hilft

Wenn der Tierarzt grünes Licht gegeben hat und keine Krankheit dahintersteckt, kannst du mit ein paar einfachen Handgriffen nachhelfen. Der wichtigste Hebel ist der Geruch, denn dein Hund entscheidet über die Nase.

Wärme das Futter leicht auf Zimmertemperatur oder kurz handwarm an. Das weckt die Aromen. Ein Löffel ungewürzte Hühnerbrühe oder etwas warmes Wasser über dem Futter wirkt oft Wunder, weil es den Duft verstärkt und die Mahlzeit saftiger macht.

Nach einem verdorbenen Magen greifen viele zu leichter Schonkost: gekochtes, ungewürztes Hühnchen mit gut weich gekochtem Reis, in kleinen Portionen. Das ist als kurzfristige Übergangslösung gedacht, nicht als Dauerfutter, denn allein damit fehlen deinem Hund auf Dauer wichtige Nährstoffe.

Ein paar Regeln dabei: keine Zwiebeln, kein Knoblauch, kein Salz und keine scharfen Gewürze, die sind für Hunde nicht geeignet. Toppings sparsam einsetzen, sonst frisst dein Hund am Ende nur noch die Beilage. Und Finger weg vom Zwangsfüttern. Einem gesunden Hund reicht der richtige Anreiz, den Rest macht der Hunger.

Bringt das über mehrere Tage nichts, ist der nächste Schritt nicht die zehnte Sorte, sondern ein kurzer Check beim Tierarzt.

Eine zweite Chance: Canefelis testen

Canefelis schonend gegarte Hundefutter im Napf, Hund frisst mit Begeisterung
Weiche Textur, hoher Fleischanteil, dein Hund entscheidet.

Wenn du schon mehrere Sorten durchprobiert hast, kennst du das mulmige Gefühl: „Was, wenn er auch das nicht frisst und ich wieder Geld in den Müll werfe?“ Dieses Gefühl nehmen wir dir.

Dafür gibt es die kleine 100-g-Packung ab 2,49 €, ideal für genau diesen Test. Und wenn du gleich mehrere Sorten probieren willst: das Probierpaket mit 12 × 100 g. So kannst du in Ruhe herausfinden, ob deinem Hund die weiche, schonend gegarte Textur und der hohe Fleischanteil schmecken, ohne gleich eine große Packung zu kaufen.

Und das Schönste daran: Du musst uns nichts glauben. Dreh die Packung um, lies die Prozente und lass deinen Hund entscheiden.

Zu den Probierpaketen

Und wenn die Katze nicht frisst?

Katzen sind oft noch wählerischer als Hunde und reagieren empfindlich auf Veränderungen. Viele Prinzipien hier gelten auch für sie, feste Routine, Frische, weiche Textur, hoher Fleischanteil. Den Spezialfall Katze behandeln wir in einem eigenen Beitrag.

Häufige Fragen (FAQ)

Warum frisst mein Hund plötzlich nicht mehr, ist aber sonst munter?

Beim munteren Hund liegt es meist an Routine, zu vielen Leckerlis, Stress oder schlicht an Geschmack und Textur. Halte feste Zeiten ein, reduziere Snacks und beobachte. Hält es über 24 Stunden an oder kommen Symptome dazu, geh zum Tierarzt.

Wie lange kann ein gesunder Hund ohne Futter bleiben?

Ein gesunder erwachsener Hund kann gelegentlich eine Mahlzeit auslassen. Frisst er länger als 24 Stunden nicht, solltest du tierärztlichen Rat einholen; bei Welpen deutlich früher.

Mein Hund frisst nur Leckerlis, wie gewöhne ich ihm das ab?

Reduziere Snacks stark, biete die Mahlzeit zu festen Zeiten an und nimm den Napf nach 15–20 Minuten weg. Wenn echter Hunger entsteht, sinkt die wählerisches Verhalten meist von selbst, Konsequenz ist hier der Schlüssel.

Hilft anderes Futter, wenn mein Hund wählerisch ist?

Bei einem gesunden, wählerischen Hund kann ein Futter mit intensiverem Geschmack und weicher Textur tatsächlich besser angenommen werden. Wichtig: Stelle langsam um (7–10 Tage) und teste idealerweise mit einer kleinen Menge.

Soll ich das Futter anwärmen?

Ja, leicht. Zimmerwarm oder kurz handwarm entfalten sich Geruch und Geschmack besser. Nie heiß servieren und immer die Temperatur prüfen.

Mein Hund frisst nur Gras statt Futter, ist das schlimm?

Gelegentliches Grasfressen ist bei vielen Hunden normal. Frisst dein Hund aber auffällig viel Gras, würgt dabei oder verweigert gleichzeitig sein Futter über mehr als einen Tag, dann beobachte ihn genau und sprich im Zweifel mit dem Tierarzt.

Mein Hund frisst nicht, trinkt aber viel, ist das ein Warnsignal?

Deutlich vermehrtes Trinken zusammen mit Futterverweigerung solltest du ernst nehmen. Es kann harmlos an der Hitze liegen, kann aber auch ein Hinweis auf ein gesundheitliches Thema sein. Hält es an oder kommen weitere Anzeichen dazu, gehört dein Hund zum Tierarzt.

Ist es normal, wenn mein Hund nur einmal am Tag frisst?

Viele erwachsene Hunde kommen mit einer größeren Mahlzeit gut zurecht, üblich sind aber zwei über den Tag verteilte Portionen. Solange dein Hund fit ist, sein Gewicht hält und munter wirkt, ist ein Hund, der lieber einmal am Tag frisst, meist kein Grund zur Sorge. Welpen brauchen dagegen mehrere kleine Mahlzeiten.

Mein Hund nimmt seine Tablette nicht, was kann ich tun?

Verstecke die Tablette in einem kleinen Stück weichem Futter oder einer speziellen Tablettenhilfe, wenn dein Tierarzt das erlaubt. Zerdrücken oder mit Futter mischen solltest du nur nach Rücksprache, weil nicht jedes Medikament dafür geeignet ist. Klappt es gar nicht, frag in der Praxis nach einer anderen Darreichungsform.

Soll ich meinen Hund zwangsweise füttern, wenn er nicht frisst?

Nein. Zwangsfüttern macht Stress und kann die Abneigung verstärken. Ein gesunder Hund verhungert nicht neben einem vollen Napf. Frisst dein Hund über 24 Stunden gar nichts oder zeigt weitere Symptome, ist der richtige Weg nicht Zwang, sondern der Tierarzt.

Wie ist das bei deinem Hund?

Kennst du das Theater am Napf auch? Was hat bei deinem Hund geholfen, wenn er mal nicht fressen wollte? Schreib es uns in die Kommentare, wir lesen alles und freuen uns über deine Erfahrung.

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